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Ab in die Ferien

Keine Angst vor dem Vorstellungsgespräch

Die moderne Zeit verlangt den Arbeitnehmern, insbesondere in den Wissenschaften, sehr viel Flexibilität ab. Die Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse nimmt immer weiter zu, was die Lebensplanung junger Familien sehr erschwert. Für viele junge Menschen sind Vorstellungsgespräche daher schon zur Routine geworden und die Angst und der Respekt davor sind eher einer Art Wut darüber gewichen.



Für andere ist ein Vorstellungsgespräch immer wieder ein Graus, da sitzt Angst vor dem Versagen im Nacken, die Nacht davor wird kein Auge zugemacht, Angstschweiss und Sprachblockaden erschweren einen erfolgreichen Verlauf massiv, das trifft besonders oft auf jene zu, die das zum ersten Mal machen. Mit den folgenden Hinweisen und Tipps möchten wir Ihnen den Gang zum Vorstellungsgespräch erleichtern.

Denn zu wissen, wie ein Vorstellungsgespräch verläuft, mit wem man es zu tun haben wird und welche Fragen gestellt werden, ist die effektivste Methode, seinen Ängsten zu beherrschen und einen guten Auftritt abzuliefern.

Die Auswahlkommission

Ihnen gegenüber sitzen bei einem Vorstellungsgespräch oftmals mehrere erfahrene Personen. Das mag zunächst einmal abschreckend und beängstigend wirken, aber es geht nicht darum, dass Sie jetzt gegen mehrere "Gegner" gleichzeitig "kämpfen" müssen. Diese ganz normalen Menschen sind selbst ehrbare Mütter oder Familienväter, die einst an demselben Platz gegenübergesessen haben, wie Sie das jetzt tuen, und sie wissen genau, wie es Ihnen dort jetzt geht. Dass es sich gleich um so viele Personen handelt, liegt daran, dass jeder von ihnen eine andere Funktion in dem Betrieb repräsentiert.

Da sind vielleicht zwei Leute aus der Abteilung, die feststellen sollen, ob Sie die fachlichen Voraussetzungen erfüllen. Dann sitzt dort ein Mitglied des Betriebsrates, der ohnehin auf Ihrer Seite ist, denn er achtet darauf, dass alle Bewerber gleich und fair behandelt werden, niemand darf bevorzugt werden, weil er vielleicht mit einem Kollegen verwandt ist. Meistens sind auch eine Gleichstellungsbeauftragte und ein Schwerbehindertenvertreter dabei, die darauf achten, dass Frauen oder behinderte Menschen die gleichen Chancen kriegen. Und es gibt auch immer Vertreter der Personalstelle, die zum Beispiel für Ihre Nachfragen zur Eingruppierung zuständig sind.

Der Ablauf des Vorstellungsgesprächs

Nach einer kurzen Begrüssung durch den Vorsitzenden der Auswahlkommission stellt dieser oft den Betrieb kurz vor. Dann stellen sich auch die Kommissionsmitglieder hinsichtlich ihrer Funktion vor und danach erst sind Sie an der Reihe, einen kurzen Abriss über Ihren beruflichen Werdegang zu geben. Bitte sagen Sie jetzt nicht: "Das steht doch alles in den Unterlagen, die ich Ihnen eingereicht habe, oder haben Sie die nicht gelesen?"

Betonen Sie jetzt jene Tätigkeiten, die eine besonders enge Schnittstelle zu den Tätigkeiten haben, die hier ausgeschrieben wurde, und gehen Sie darauf ein, warum Sie selbst der Meinung sind, dass Sie und Ihr Werdegang so gut auf die Ausschreibung passen. Fassen Sie sich kurz, denn die Kommission hat noch einen Fragenkatalog abzuarbeiten und Sie sind wahrscheinlich nicht der einzige Bewerber. Andererseits sind Sie eingeladen worden, weil die Kommissionsmitglieder Sie kennenlernen möchten. Man erwartet natürlich, dass Sie etwas über sich erzählen, insofern sind diese ersten ca. Zehn Minuten eine gewisse Gratwanderung.

Die fachlichen Fragen

In manchen Fällen kann dieser Teil etwas an eine Prüfungssituation erinnern, aber Sie haben die Möglichkeit, sich im Vorfeld via Internet sehr genau über die Arbeitsfelder des Unternehmens zu informieren. Der Ausschreibungstext enthält viele wichtige Stichworte, die Sie alle nochmals durchgehen sollten, auch wenn Sie der Meinung sind, dass Sie das alles kennen. Damit sind Sie dann in aller Regel gut gerüstet, die Zehn bis 20 Minuten Fachfragen durchzustehen. Gehen Sie dabei besonders intensiv auf die Begriffe ein, die unmittelbare Anwendung in dem Betrieb finden.

Soft Skills

Fast genauso viel Raum wie die Fachfragen nehmen heute auch die Fragen zu den sogenannten Soft Skills ein, insbesondere dann, wenn es sich um eine Führungsposition handelt, in der Sie auch Verantwortung über Mitarbeiter übernehmen. Man möchte damit ausloten, ob Sie ins Team passen, denn niemand möchte sich einen "schwierigen Zeitgenossen" in die Abteilung holen. Man wird zum Beispiel danach fragen, ob es in Ihren bisherigen Teams schon mal zu Konflikten kam und wie Sie diese gelöst haben, welche aktive oder inaktive Rolle Sie dabei gespielt haben. Es wäre gut, wenn Sie jetzt eine überzeugende Geschichte parat haben, aber lassen Sie es so aussehen, dass Sie erst einen Moment nachdenken müssen.

Zu guter Letzt

Am Ende des Gesprächs kriegen Sie Gelegenheit, der Kommission Ihre Fragen zu stellen. Beschränken Sie sich möglichst auf eine, denn die Leute haben noch einen langen Tag vor sich oder schon viele anstrengende Stunden hinter sich. Es ist überhaupt nicht anstössig, wenn Sie eine Frage zu Ihrer tariflichen Eingruppierung stellen. Das wird nicht als "geldgeil" interpretiert, sondern als Aufmerksamkeit gegenüber den eigenen Rechten und Pflichten.

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