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Zürich

Erste Erfahrung im Mentaltraining

Interview mit Evelyn Eisenhauer, Zürich


Evelyn Eisenhauer stellen-zuerich.ch: Was war der Auslöser für eine Probelektion Mentaltraining?
Evelyn Eisenhauer: „Meine Work-/Life-Balance stimmte damals ganz und gar nicht. 2006 kam ich als Verlags-Produktionsleiterin in die Schweiz. Der Verlag war restrukturiert und auf 1/4 gekürzt worden. Jahre arbeitete ich beinahe rund um die Uhr. Als Mensch der keine halben Sachen macht, wollte ich Arbeiten beenden. Nur egal, wie viel ich investierte, die Pendenzen nahmen nicht ab. So entstand meine innere Unzufriedenheit. Kurz vor Ausbruch eines Burnouts entschloss ich mich, meine Lebenssituation zu ändern. Gestartet habe ich mit einem Fitness Abo und im Studio stoss ich zufällig auf einen Flyer: „Body & Mind Mentaltraining“. Ich vereinbarte eine Schnupperstunde und dachte mir, gut einen fixen Termin in der Woche zu haben, der mich zwingt, früh aus dem Büro zu gehen.“

stellen-zuerich.ch: Wie war das erste Mal Mentaltraining?
Evelyn Eisenhauer: „Die telefonische Vereinbarung der Schnupperstunde war sehr sympathisch. Ich hab mich richtig gefreut. Dann trifft man bzw. frau auf den Mentaltrainer Primus. Seine Ausstrahlung liess mich vor Neid erblassen. Seine Erklärungen und das offene Besprechen individueller Fragen empfand ich als äusserst wertvoll. Die Idee, dass Probleme im Beruf Stress auslösen, der sich wiederum im Körper manifestieren und zu Krankheiten führen kann, erschreckte mich sehr. Nicht das man das nicht wüsste, aber auf dieser Ebene des Bewusstseins war mir das neu. Unser Geist kennt nur die Form des Abgelenkt-Seins. Dann sitzt man auf diesem Kissen, Augen geschlossen, und es rattert im Kopf. Und rattert. Man ist so mit sich beschäftigt. Draussen die Bushaltestelle. Ein Bus. Ich erinnere mich an den Bus in dem Buch, das eine Rolle in meiner Arbeit spielt. Und schon bin ich mitten im Rattern der Arbeit. Wir leben ständig in Vergangenheit oder in der Zukunft, die Gegenwart blenden wir aus. Ich bin überrascht, dass so viele Komponenten Stress auslösen. Stress, der gar nicht sein muss. All diese Gedanken und dieses Rattern. “

stellen-zuerich.ch: Wie würden Sie Mentaltraining einem Bekannten erklären?
Evelyn Eisenhauer: Mentaltraining ist Üben von Achtsamkeit. Daraus entwickelt sich Einsicht für das Hier und Jetzt, für sich und andere, ohne zu werten. Für mich ist Achtsamkeit: Die Aufmerksamkeit im Moment und die Achtung vor allem, was einem umgibt. Kein Bewerten, Verurteilen, unsere Blicke sind so vernebelt.

stellen-zuerich.ch: Sie entschieden sich, das Mentaltraining regelmässig zu besuchen. Heute, nach gut einem halben Jahr, hat sich etwas verändert?
Evelyn Eisenhauer: „Die erlernten Techniken erscheinen so einfach, simpel. Nicht aber die Umsetzung im Alltag. Doch es funktioniert tatsächlich. Mal schneller, mal weniger. Die Übung macht’s. Ich realisiere, dass wir alle Mosaiksteine im Universum sind. Ob ich im Büro bin oder nicht, ändert nichts. Die Erfahrung zu machen, dass man die Welt sein lassen kann. Was man macht, macht man richtig, einfach weil man es macht.

Faszinierend ist der Prozess der Übung: erst sind es die grossen, groben Gedanken, später werden sie kleiner, feiner. Und dann geht es plötzlich ans Eingemachte. Wie zufrieden bin ich? Wieso kam ich in die Schweiz? Ist das überhaupt der richtige Job? Was ist Ersatz wofür? Ich fühle mich als rationeller Mensch mit einem klaren Ziel vor Augen. Ein Freund kommentierte diese Aussage: Ja, Du kennst Dein Ziel, aber Du gehst viele Umwege. Die Erfahrungen der Meditation, der Prozess der stillen Gedanken geht weiter. Täglich beschäftigen mich diese existenziellen Fragen mehr.

Nun verfolge ich meine Ziele, mache Abkürzungen, keine Zeit mehr für Umwege. Das Leben ist zu kostbar. Die Achtsamkeit gewährt einen Blick für das Wesentliche, keine Kurzschlusshandlungen, kein an die Decke gehen: den Moment der Aufregung realisieren und den Bruchteil von Sekunden schaffen, nicht darauf einzusteigen. So kann so viel Positives entstehen. In letzter Zeit lösche ich viele Mails wieder, die ich früher hätte versenden müssen. Heute weiss ich, das bringt nur unnötigen Ärger.“

Stellen-Zürich bedankt sich bei Evelyn Eisenhauer für die Offenheit.